
Was denken die Kandidaten über unseren Wald? – Die BBIWS-Umfrage zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026
Vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 hat der BBIWS (BundesBürgerInitiative WaldSchutz) fünf zentrale Fragen rund um den Wald an alle Ministerpräsidentenkandidaten gestellt. Geantwortet haben Andreas Stoch (SPD), Cem Özdemir (Grüne), Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP) und Kim Sophie Bohnen (Die Linke). Manuel Hagel (CDU) hat sich nicht geäußert.
Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich betonen: Wir bewerten die Antworten nicht und geben keine Wahlempfehlung ab. Die Fragen und Antworten wurden 1:1 so wiedergegeben, wie sie uns übermittelt wurden. Vielleicht helfen sie dem einen oder anderen dabei, am 8. März eine informierte Entscheidung zu treffen.
Die fünf Fragen
Die Fragen des BBIWS deckten folgende Bereiche ab:
- Schutzwald und Hochwasserschutz – Wie kann der Wald als natürlicher Wasserspeicher gestärkt werden?
- Brennholznutzung und Klimaschutz – Ist die Verbrennung von Holz wirklich klimaneutral?
- Bodenschutz – Wie soll Bodenverdichtung durch schwere Forstmaschinen und Rückegassen reduziert werden?
- Transparenz und Gemeinwohl – Wessen Interessen dient die Forstpolitik?
- EU-Wiederherstellungsverordnung – Wie ambitioniert soll die Renaturierung angegangen werden?
Die Antworten der Parteien im Überblick
Andreas Stoch (SPD)
plädiert für einen landesweiten Umbau zu naturnahen Mischwäldern, bei dem natürliche Sukzession Vorrang vor schwerer Maschinentechnik hat. Beim Thema Holzverbrennung räumt er ein, dass diese klimapolitisch schlechter zu bewerten sei als Wärmepumpen auf Basis erneuerbarer Energien. Den Wald sieht er als Gemeinwohlgut mit Funktionen wie Wasserhaushalt, Luftreinhaltung, CO₂-Senke und Naherholung, die über die bloße Holzproduktion weit hinausgehen.
Cem Özdemir (Grüne)
setzt auf die Umsetzung und Beschleunigung der bestehenden Waldstrategie des Landes, inklusive Moorschutz, Wiedervernässung und dem Projekt „Wasserspeicher Wald", das bereits in 30 Pilotkommunen läuft. Beim Thema Holzenergie befürwortet er das Prinzip der Kaskadennutzung: Holz soll zuerst im Bau stofflich genutzt werden, bevor es am Ende seiner Nutzungsdauer energetisch verwertet wird – die Verbrennung von hochwertigem Stammholz lehnt er ab. Die EU-Wiederherstellungsverordnung begrüßt er ausdrücklich und setzt sich für eine transparente, gemeinwohlorientierte Forstwirtschaft ein, die im Landeswaldgesetz verankert werden soll.
Kim Sophie Bohnen (Die Linke)
hat die klarsten Forderungen formuliert: 40 Prozent Dauerwald im Staatswald, 30 Prozent im Privatwald, Ausweitung von Au- und Bannwäldern sowie die Renaturierung von Mooren und Bachläufen. Die Förderung von Brennholz und Biomasseanlagen lehnt Die Linke kategorisch ab – „Holz ist in der Regel zu schade, um verfeuert zu werden". Im Kommunal- und Landeswald sollen keinerlei Gewinne mehr abgeschöpft werden; alle Erträge müssen vollständig in den ökologischen Waldumbau reinvestiert werden.
Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP)
setzt auf Technologie, Digitalisierung und Vertrauen in die Expertise der Forstleute statt auf neue Regulierung. Eine Ausweitung von Schutzwaldflächen hält die FDP für „nicht sinnvoll" und sieht Holz weiterhin als CO₂-neutralen Energieträger, mit dem Potenzial, die Holznutzung in BaWü bis Mitte des Jahrhunderts um 30 bis 70 Prozent zu steigern. Die EU-Wiederherstellungsverordnung bewertet Rülke kritisch und warnt vor negativen Folgen für Ernährungssicherung und wirtschaftliche Tragfähigkeit.
Manuel Hagel (CDU):
keine Rückmeldung


